Hallstadt ohne Chinesen

Eine Familienangelegenheit war der Grund, warum ich an jenem Wochenende Mitte Juni, an dem die Hotels nach der ersten Welle der Coronakrise wieder öffneten, ein verlängertes Wochenende am Wolfgangsee verbrachte und nach der ORF-Doku "Am Schauplatz - Hallstadt ohne Chinesen" war klar: Diese Chance muss genützt werden - jetzt oder nie! Zu faul, mit dem Rad von St. Wolfgang nach Hallstatt zu treten, fuhren mein Mann und ich also am späteren Vormittag mit dem Auto dorthin. Ein Fehler, wie sich herausstellte, denn auch ohne Chinesen war es fast unmöglich, einen Parkplatz zu finden, denn "die Österreicher" waren längst da und so stauten wir uns (ja, ich weiß: Der Stau bin ich!) in den Ort, durch Hallstatt hindurch zu einem weit entfernten Parkplatz, der natürlich auch schon voll besetzt war, wieder zurück ins Zentrum und ergatterten dort mit ziemlich viel Glück und noch mehr Frechheit einen Parkplatz. Wir schlenderten durch den malerischen Ort, das klare Ziel waren natürlich der Friedhof und das berühmte Beinhaus mit den bemalten Schädeln. Dort angekommen, erwartete uns schon eine beträchtlich lange Warteschlange. Die Sonne stach ungnädig, aber da musste ich jetzt einfach durch, wer weiß, ob dieser Ort jemals wieder für mich erreichbar sein wird, irgendwann werden ihn die Chinesen wieder zurückerobern....

Must have! Larissas Vermächtnis von Katrin Biber

Das neu erschienene Buch von unserer "Seelensport-Katy" ist ganz vorne auf Österreichs Bestseller-Liste - derzeit Platz 2. Das freut uns riesig und wir sind natürlich mächtig stolz! Nach der Ermordung ihrer Schwester gerät das Leben der Familie Biber aus dem Gleichgewicht - alle trauern, aber jeder einzelne trauert unterschiedlich. Posttraumatische Belastungsreaktionen, die Wut auf den Mörder, sein näher rückender Prozess, das Verhalten der Medien und das Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, das auf die Familie gerichtet ist, erschweren den Prozess zusätzlich massiv. 

Buchtipp: Hinter dem Horizont von Petra Hillebrand

Nach dem Büchlein "Flieg kleiner Schmetterling. Gedanken zur Trauer um ein Kind" (Tyrolia-Verlag) ist mit "Hinter dem Horizont" ein neues Buch von Petra Hillebrand erschienen.
Die Autorin arbeitet als Sozialarbeiterin bei der Tiroler Hospizgemeinschaft und hat viel Erfahrung in der Begleitung von Sterbenden und Trauernden. Sie hat aber auch die Gabe, all jene Themen und Fragen in Geschichten und Impulstexten zu verpacken, die aufkommen, wenn wir Abschied nehmen müssen: Auf was kommt es beim Abschiednehmen an? Wie kann Abschiednehmen gelingen? Auf was dürfen wir hoffen?

Liebe Angehörige! Viel, viel Kraft!!!

Die letzten drei Wochen waren geprägt von großer Verunsicherung und Schwierigkeiten: Täglich gab es neue, verschärfte Verordnungen den Umgang mit Angehörigen und die Durchführung von Trauerfeierlichkeiten betreffend. Wir haben oft ein und die selbe Trauerfeier mehrmals komplett umplanen müssen. Das war anstrengend und für uns, vor allem aber für die Angehörigen zu Beginn unbegreiflich. Es gab unterschiedliche Interpretationen bezüglich der Verordnung "Beisetzungen im engsten Kreis": Sind das die fünf Personen entsprechend dem Versammlungsverbot oder ist es der engste Familienkreis anders definiert?Dazu kam der Blick nach Italien, dem benachbarten Land, das uns in all den Maßnahmen einfach immer ein paar Schritte voraus war. Schon bald war es absehbar, dass es auch bei uns so kommen wird. Und so kam es auch: Quarantäne, Ausgangsverbot, Versammlungsverbot. Dann waren wir nach dem Wirrwarr froh, endlich zu wissen, was wir nun durften und was nicht und dann kamen die ersten Trauerfeiern im engsten Kreis auf Distanz und mit Berührungsverbot...

Bestattungsalltag in Zeiten von Corona: Fotos von Jan Hetfleisch

Und auf einmal war alles ganz anders und wie im schlechten Film. So geht es Angehörigen oft, wenn sie plötzlich einen geliebten Menschen verlieren und so geht es uns als Bestatter*innen hinsichtlich dessen, was wir derzeit erleben müssen. Wir haben viel gesehen, wir haben zu unserem eigenen Schutz gelernt, die schlimmen Schicksale der Angehörigen nicht allzu nah an uns heran zu lassen, einfach um arbeitsfähig und selbst gesund zu bleiben. Aber im Moment ist das schwer, denn unsere Arbeit hat sich komplett geändert. Der Kundenkontakt erfolgt hauptsächlich per Mail oder telefonsich, kommen Angehörige zu uns, ist dieser Besuch so kurz wie möglich - etwa um die Kleidung des Verstorbenen abzugeben - und auf Distanz. Seit neustem tragen wir auch im Büro Mundschutz, ein Ding, das uns verhüllt, die Mimik unsichtbar macht und die Distanz noch größer wirken lässt. Im Umgang mit Verstorbenen haben wir immer schon zumindest Handschuhe getragen, bei der Versorgung tragen wir auch Schürzen. Wenn wir wussten, ein Leichnam ist infektiös, dann waren wir besonders vorsichtig,  aber derzeit ist es so ...

Corona: Aktuelle Maßnahmen für Sterbefälle in Tirol, Stand 1. Juli

Liebe Angehörige!

„Veranstaltungen zur Religionsausübung“, dazu zählen auch Begräbnisse im religiösen Zusammenhang, unterliegen keiner Personenbeschränkung mehr. Für die Gottesdienste selbst gelten die Regeln der Rahmenordnung der Bischofskonferen (zur Rahmenordnung hier)

ACHTUNG: Das gilt nicht für weltlichen bzw.konfessionslose Begräbnissen, sie unterliegen dem Veranstaltungsgesetz. Die wichtigesten Einschränkungen des Veranstaltungsgesetzes finden Sie ganz unten in diesem Artikel.

Die Einhaltung der Abstandspflicht von mindestens 1 Meter zu Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, bleibt bestehen - sowohl beim Begräbnis am Friedhof als auch in Aufbahrungshallen. Die "Veranstalter" (Kirchen, Bestatter, Kommunen) haben weiterhin sicherzustellen, dass durch geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert wird, das heißt, es dürfen weiterhin kein Weihwasser mit Aspergill, keine Erdgefäß mit Schaufel, keine Kondolenzbücher und Kugelschreiber zur Verfügung gestellt werden.

Bitte unterlassen Sie auch bei Trauerfeiern weiterhin jeglichen Körperkontakt zu Personen, die nicht im selben Haushalt mit Ihnen leben und nutzen Sie als Alternative zum Kondolenzbuch die Möglichkeit Beleidsbezeugungen online zum Ausdruck zu bringen.

Kondolenzmöglichkeiten und Entzünden von Online-Kerzen unter

Todesanzeigen der trauerhilfe.at

Todesanzeigen der Tiroler Tageszeitung

FÜR AKTUELLE STERBEFÄLLE GILT:

  • Bitte vereinbaren Sie vorab telefonisch 0512/582013 einen Termin bei uns.
  • Derzeit sind aufgrund der Lockerungen Beratungen und Organisation wieder im persönlichen Gespräch in unseren Räumlichkeiten möglich, wir bitten aber, dass maximal 3 Angehörige ohne Symptome dabei anwesend sind, damit wir den vorgeschriebenen Abstand einhalten können. Wir bitten darum, diese Termine bei uns vor Ort vorher telefonisch mit uns zu vereinbaren.
  • Kommen Sie bitte pünktlich zu diesem Termin und bringen Sie die vorab telefonisch besprochenen nötigen Dinge mit.
  • Sollte sich die Corona-Situation wieder verschärfen und sollten wieder Einschränkungen nötig werden, haben wir alles so vorbereitet, dass die Organisation von Begräbnissen zu einem großen Teil telefonisch und per Mail stattfinden kann.

Senior*innen vom ISD-Donnerstagsprogramm zu Besuch

Jeden Donnerstag bereiten die Innsbrucker Sozialen Dienste einen Programmpunkt für ihre Senior*innen vor. Birgitta Falch von den ISD hatte die Idee, einmal ein Bestattungsinstitut zu besuchen und so verbrachten 20 Pensionist*innen einen Nachmittag bei uns. Manche finden das makaber oder unpassend, die Besucher*innen fanden das nicht, schließlich waren sie ja auch ganz freiwillig hier bei uns  ... 

Lasst im Grünen mich liegen ...

Lasst im Grünen mich liegen, unter Blumen und Klee, unter Blumen mich schmiegen, unter Blumen und Klee! (Friedrich Rückert)

Längst ist es nicht mehr jedermanns Sache auf einem traditionellen Friedhof in einem Erdgrab oder in einer Nische zu enden. Leider gibt es in Tirol keine Alternativen - außer in Kundl. Dort hat die Gemeinde ein Waldstück in eine Friedhofsfläche umgewidmet. Im "Wald der Ewigkeit" kann man sich einen Baum (für die Ewigkeit) mieten und an dessen Fuße beigesetzt werden. Am Valentinstag durfte ich das erste Mal eine Trauerfeier in diesem Waldstück leiten ...

Die I. Neumair Bestattung und mehr GmbH ist Ihr Tiroler Ansprechpartner für traditionelle Bestattungen und moderne Verstorbenenversorgung (Thanatopraxie), Trauerfeier- lichkeiten, Trauerbegleitung und Seminare mit Sitz in Innsbruck.

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