Todesfall zuhause – Was tun?

Verstirbt ein Mensch im Rahmen eines Notarzt-Einsatzes, dann leiten die Einsatzkräfte vor Ort die ersten Schritte ein. Wird ein Patient zu Hause von Pflegekräften betreut, dann wissen diese, wer im Todesfall zu verständigen ist. Wenn Angehörige mit einem Verstorbenen zuhause alleine sind, dann sind diese allerdings häufig im Ausnahmezustand. Was also ist zu tun? 

Jenseitskontakte? Die Tricks spiritistischer Medien

Ein Kommentar von Dr. Peter Kügler

Der Glaube, dass man mit Geistern von Verstorbenen Kontakt aufnehmen kann, ist Teil vieler Religionen und möglicherweise so alt wie die menschliche Kultur. Was man heute als Spiritismus (englisch „Spiritualism“) bezeichnet, begann aber erst im Jahr 1848 in den USA: Im Haus der Familie Fox in Hydesville, Bundesstaat New York, waren Klopfgeräusche zu hören. Die beiden Töchter Kate und Maggie kommunizierten mit Hilfe dieser Geräusche mit dem Jenseits und wurden damit rasch berühmt. Es folgten zahlreiche öffentliche Auftritte. 1871 reiste Kate nach England, wo der Spiritismus bereits zuvor durch amerikanische Medien bekannt gemacht worden war. Im Jahr 1888 gestand Maggie jedoch, dass die Geräusche von den Schwestern selbst produziert worden waren. Wollen Sie wissen wie? Das steht im ersten Kapitel des Buches „A Magician among the Spirits“ (1924) des legendären Zauberkünstlers Harry Houdini. Houdini entlarvte übrigens jedes spiritistische Medium, das ihm begegnet ist...

Achtung Geisterstunde! Von Bühnen-Spiritismus und Jenseitskontakten

Viele Betroffene spüren, hören, sehen ihre Verstorbenen. Sie geben an Besuche von ihnen zu bekommen – unter Tags, meistens aber nachts in ihren Träumen.  Anfangs hielt ich das alles für „Einbildung“, für  Halluzination, für Träume aufgrund der übergroßen Sehnsucht nach dem verstorbenen Menschen. Bald stellte ich fest, dass diese Erlebnisse Betroffenen weiterhelfen. Sie kommen weiter in ihrem Prozess der Trauerarbeit, denn es findet über diese „Begegnungen“ noch einmal ein bewusstes Abschiednehmen statt – verbunden mit der Gewissheit: Den Verstorbenen geht es gut, es gibt ein Leben danach, wir sehen uns alle wieder.

Inzwischen ist es mir nicht mehr so wichtig, ob das nun Traum oder Wirklichkeit ist, Hauptsache ist, es hilft. Auch erzählten mir Angehörige über Erlebnisse, die so erstaunlich waren, dass sie sogar mich zweifeln ließen, ob da nicht doch was dran ist. Vielleicht gibt’s ja doch was nach dem Tod? Vielleicht leben wir ja wirklich weiter. Auch wenn wir glauben, dass es danach aus ist, die Sehnsucht nach einem Wiedersehen mit all unseren Lieben kennen wohl alle.Nachdem bei Trauernden „Jenseitskontakte“ ein großes Thema sind, nahm ich eine Gelegenheit wahr, mir den Auftritt eines so genannten Mediums persönlich anzusehen. Und ganz ehrlich: Ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn mir der Herr ein glückliches Leben nach dem Tod bewiesen hätte...

Wann muss ein Leichnam vom Bestatter abgeholt werden?

Verwesung beginnt, sobald ein Mensch verstorben ist. Unmittelbar nach Eintritt des Todes ist das meist noch nicht bemerkbar, aber schon bald treten sichtbare Merkmale der Veränderung auf. Innerhalb der ersten halben Stunde post mortem beginnen sich die Livores, auch Totenflecken genannt, zu bilden. Manchmal entstehen Livores sogar schon im Sterbeprozess an den Fingern und Ohren, da sich der Kreislauf zur Versorgung der Organe zentralisiert. Totenflecken können rötlich, bläulich oder violett sein und lagern sich der Schwerkraft folgend auf der Unterseite des Körpers ein, je nach Liegeposition, denn das Blut beginnt nach unten zu sickern.

Das nächste sichere Todeszeichen, das entsteht, ist der Rigor Mortis, die „Totenstarre“. Sie beginnt sich für gewöhnlich nach ein bis zwei Stunden zu bilden und kommt dadurch zustande, dass sich Adenosintriphosphat (ATP, ein Energieträger in unseren Zellen) abbaut. In der Folge verkleben die kleinsten fadenförmigen Proteinmoleküle, wodurch die Muskulatur erstarrt. Bei Menschen mit viel Muskelmasse tritt die Starre stärker ein, bei Menschen mit wenig Muskelmasse weniger stark. Bestatter wissen, wie man sie leicht lösen kann, sodass das Ankleiden kein Problem darstellt.

Wann ein Leichnam schließlich auch zu riechen beginnt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Wir von der anderen Seite

Oft fahren wir ins Hospiz nach Hall, um Verstorbene von dort abholen und bekommen einen kleinen Eindruck von dem, was dort geleistet wird. Wir sehen das schöne neue Hospizhaus, das so gar nicht nach einem Ort, an dem gestorben wird, aussieht. Man möchte fast einchecken dort und selbst ein Weilchen bleiben ...

Wozu brauchen Tote Kleidung?

Immer wieder, wenn ich Angehörige bitte, mir für ihre Verstorbenen Kleidung zu bringen, werde ich erstaunt gefragt: „Ja, aber wozu denn? Wozu braucht man denn noch Kleidung, wenn man tot ist?“ Im Falle einer Erdbestattung kommt diese Frage allerdings viel seltener vor als im Falle einer Feuerbestattung. Dabei wäre es für die Vergänglichkeit des Körpers im Erdgrab sogar besser, wenn wir den Leichnam ohne Kleidung, also nackt, beerdigen würden. Aber die Vorstellung des nackten Leichnams im  Erdgrab ist für die meisten Angehörigen nicht erträglich, es sei denn, der Verstorbene war begeisterter Naturist, aber das ist eine andere Geschichte. (Hatten wir aber auch schon! Nahtlos braun gebrannt und auf eigenen Wunsch eben splitterfasernackt. Warum auch nicht!) „Ein Volk wird daran gemessen, wie es seine Toten bestattet“, postulierte Perikles 430 Jahre v. Chr. in seiner Trostrede. Zahlreiche Prominente haben diesen Gedanken aufgegriffen und verschiedentlich umformuliert. Helmut Kohl meinte etwa: Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht. Die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft, das sind die Behinderten, die Alten und Kranken, die Kinder, aber natürlich auch die Toten. Streng genommen sind die Toten keine Mitglieder der Gesellschaft mehr, denn sie haben ihren Personenstatus verloren und haben deshalb auch keine Pflichten mehr. Rein rechtlich sind sie so ein Zwischending zwischen Person und Sache.

Letzte Wünsche....

Anlässlich des "Tages der Wünsche" hat Vanessa Grill von der Tiroler Tageszeitung im tt-podcast mit Bestatterin Christine Pernlochner-Kügler über "Letzte Wünsche" gesprochen. Viele Menschen haben Wünsche für ihre Verabschiedung und Bestattung, die Bandbreite von ganz gewöhnlichen bis hin zu skurillen Wünschen ist groß, aber hört selbst...

Von Herzbestattung bis Handstaubsauger - die Wünsche für den letzten Weg

„Am schlimmsten ist es, wenn man sich nicht verabschieden kann“

Qualifizierte Trauerbegleitung hilft Trauernden nach dem Tod eines geliebten Menschen. Das konnte bereits im Jahr 2013 im Rahmen einer umfassenden Studie, an der 680 trauernde Menschen teilnahmen, empirisch nachgewiesen werden,.
„Am schlimmsten ist es, wenn man sich nicht verabschieden kann“, zitierte der Leiter des Forschungsprojektes „TrauerERLeben“, Prof.Dr. Michael Wissert von der Hochschule Ravensburg-Weingarten in Berlin einen häufig geäußerten Satz der befragten Studienteilnehmern. Dies bestätigt auch unsere Erfahrung, weswegen der kompetent vorbereitete Abschied am offenen Sarg ein zentrales Thema in unserem Unternehmen ist. Wir wissen, dass Menschen, die sich bewusst und gut begleitet von ihrem Verstorbenen noch einmal verabschieden können, einen guten Start in einen gesunden Trauerprozess haben. Aber warum ist das so? Warum ist es nicht besser, den Verstorbenen so in Erinnerung zu behalten wie er im Leben war? Ganz einfach, weil man realisieren muss, was passiert ist, erst dann kann man mit der Verarbeitung beginnen.

Die erste Reaktion von Angehörigen, nachdem sie vom Tod einer nahestehenden Person erfahren, ist nämlich der Schock. Angehörige können in dieser ersten Phase nicht wahrhaben, dass der Verstorbene wirklich tot ist.

Nachhaltigkeit im Bestattungsbereich

Das Thema Nachhaltigkeit ist inzwischen auch im Bestattungsbereich angekommen und das ist gut so. Man braucht dafür keine Särge aus geflochtenen Bananenblättern, wie sie unlängst beworben wurden. Die sind zwar sicher gut aubbaubar, aber das Material ist nicht heimisch und es gilt natürlich auch die Transportwege zu bedenken. Särge aus Holz sind aus biologischem Material und vom regionalen Produzenten, selbstverständlich sind sie heute auch mit umweltverträglichen wasserlöslichen Lacken oder Harzen behandelt. Unsere Kremationssärge sind aus unbehandeltem Fichtenholz. Unser Sargproduzent bezieht seine Hölzer auch ausschließlich aus Produktionen, welche wieder nachpflanzen und aufholzen. Wichtig ist aber nicht nur, woraus ein Sarg hergestellt wird, sondern vor allem auch, was in einem Sarg drinnen ist.

Die I. Neumair Bestattung und mehr GmbH ist Ihr Tiroler Ansprechpartner für traditionelle Bestattungen und moderne Verstorbenenversorgung (Thanatopraxie), Trauerfeier- lichkeiten, Trauerbegleitung und Seminare mit Sitz in Innsbruck.

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